Gefahren für Igel und wie man sie vermeidet

Gefahren für Igel

und wie man sie vermeidet

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Gefahr erkannt - Gefahr gebannt!

Der Lebensraum schwindet immer mehr durch die Urbanisierung des Menschen und gleichzeitig steigen die Gefahren für Igel.

Der stachelige Kulturfolger

Ursprünglich lebten Igel in Wäldern mit vielfältigem Bewuchs, doch infolge der Veränderungen in der Landschaft durch den Menschen, waren sie gezwungen sich anzupassen. Nun findet man Igel vorrangig in Parks, Gärten und Siedlungsrandbereichen. Doch das Zusammenleben mit uns Menschen birgt für die kleinen Stachelritter einige Gefahren!

⚠️ Gefahren durch Mähroboter, Motorsensen & Laubbläsern

Igelgefahr: Automatisierte Gartenhelfer

❌ Igelgefahr: Automatisierte Gartenhelfer

Mähroboter, die nachts über den Rasen geschickt werden, damit am Tage alles penibel aufgeräumt aussieht, sind eine große Gefahr für Wildtiere. Aller Versprechen einer ausgeklügelten Sensortechnik zum Trotz, erkennen die Geräte die sich schützend eingekugelten Igel nicht und mähen einfach drüber.

Igelschutz: Kontrolle vor der Gartenarbeit

✔️ Igelschutz: Kontrolle vor der Gartenarbeit

Wenn der Mähroboter unbedingt zum Einsatz kommen muss, dann sollte er nur tagsüber und nur unter Aufsicht genutzt werden! 
Besser und sicherer ist der Einsatz von Rasenmähern oder Sensen. Vor dem Einsatz der Geräte sollte unter Büschen und Hecken nach schlafenden Igeln geschaut werden. Statt Laubbläser sollte bei der Gartenarbeit ein Rechen genutzt werden! Achtsamkeit ist hier die Devise!

⚠️ Gefahren durch kleinmaschige Gartenzäune oder Netze von Fußballtoren

Igelfalle: Dichte Zäune ohne Durchgang

Igelfalle: Dichte Zäune ohne Durchgang

In engmaschigen Drahtzäunen können sich Igel bei ihrem Streifzug durchs Revier verheddern – sie bleiben hängen und können weder vor noch zurück. Sie verdursten und verhungern dann am Gartenzaun oder tragen schwere Verletzungen davon. Ebenso tückisch sind Netze in Fußballtoren, die zum Spielen im Garten aufgestellt werden.

Igelhilfe: Bau einer "Igelautobahn"

✔️ Igelhilfe: Bau einer "Igelautobahn"

Hecken sind für Igel die perfekten Gartenbegrenzungen – sie sind ein sicherer Durchgang und können zusätzlich einen Rückzugsort darstellen.

Holzzäune können mit einer mindestens 10 x 10 cm großen Öffnung Wanderkorridore zwischen Grundstücken ermöglichen. Bei der Begrenzung des Gartens mit Maschendrahtzaun sollte dieser ca. 10 cm über dem Boden „umgeknickt“ werden.

⚠️ Gefahren durch Müll, Unrat & Gelbe Säcke

Igelfalle: herumliegender Müll

Igelfalle: herumliegender Müll

Achtlos weggeworfene Abfälle und nicht fachgerecht entsorgter Müll wird Igeln oft zum Verhängnis. Als Kulturfolger halten sie sich stets in der Nähe von Menschen auf und suchen des Nachts nach Nahrung. Dabei können sie sich leicht am Unrat verletzten - oder den Müll aus der Not heraus sogar fressen.

Igelschutz: Abfälle und Müll sicher entsorgen

✔️ Igelschutz: Abfälle und Müll sicher entsorgen

Damit sowas nicht geschieht, sollten Abfall und Müll stets in dafür vorgesehene Behälter und Mülltonen entsorgt und verschlossen werden. Einzelne Müllsäcke zum Schutz vor hereinkrabbelnden Igeln gut verschnürren und mind. 50 cm hoch am Zaun/Geländer aufhängen oder erst am Morgen der Abholung an die Straße stellen.

⚠️ Gefahren durch Gruben, Schächte, Teiche & Steilwandpools

Igelfalle: tiefe Gruben und Gewässer

Igelfalle: tiefe Gruben und Gewässer

Schächte, Gullys und Gruben können für neugierige Igel zur Todesfalle werden - sind sie zu tief, können sich die Tiere nicht mehr selbst befreien und verhungern. Auch Pools und Teiche mit senkrechtem Ufer sind gefährlich: Igel können zwar schwimmen, doch ohne eine Ausstiegsmöglichkeit ertrinken sie letztlich.

Igelhilfe: Aus- und Aufstiegshilfen bereit stellen

✔️ Igelhilfe: Aus- und Aufstiegshilfen bereit stellen

Eine sichere Abdeckung für Gruben und Schächte verhindert, dass Igel gefangen werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, diese regelmäßig zu kontorllieren. Große Stufen, beispielsweise zum Keller, sollten durch Ziegelsteine um Zwischenstufen ergänzt werden.

Teiche benötigen Steine oder Holz als „Ausstiegsbrettchen“, so können im Notfall hineingefallene Igel (oder andere Tiere) aus dem Wasser wieder herausklettern. Pools sollten bei Nichtnutzung stets sicher abgedeckt werden.

⚠️ Gefahren durch Blaukorn, Ratten- und Ameisengift

Igelgefahr: Einsatz von Chemie-Keulen

Igelgefahr: Einsatz von Chemie-Keulen

Der Einsatz chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel wie Kunstdünger, Schneckenkorn, Ratten- oder Ameisengift ist ein Risiko für Mensch, Tier und Umwelt. Für Igel können diese Chemiekeulen lebensbedrohlich bis tödlich sein.

(Symbolbild: Francois Van Iersel / Pixabay)

Igelschutz: Biologische Alternativen nutzen

✔️ Igelschutz: Biologische Alternativen nutzen

Biologische Schädlingsbekämpfung erfolgt durch den Einsatz von Nützlingen, lebenden Organismen, um schädliche Organismen zu kontrollieren oder zu reduzieren. Eine natürliche Methode ist die Förderung heimischer Nützlinge wie Marienkäfer, Laufkäfer und Vögel durch Bereitstellung von Nahrung und Lebensraum. Zusätzlich gibt es im Handel erhältliche Räuber wie Marienkäferlarven, Parasiten wie Schlupfwespen und Parasitoide wie Trichogramma zur biologischen Schädlingsbekämpfung.

Zur Schneckenbekämpfung bietet sich Kaffee und Kaffeesatz an. Sie sind wirksam gegen Schnecken, ohne die Umwelt zu schädigen. Eine weitere Alternative sind im Fachhandel erhältliche Schneckenzäune. 

Igel sind im Übrigen keine Schneckenfresser und sind daher keine biologische Alternative zur Reduzierung von Schnecken!


(Symbolbild: Myriams-Fotos / Pixabay)

⚠️ Gefahren durch Mensch & Urbanisierung

Igelgefahr: Lebensraumschwund

Igelgefahr: Lebensraumschwund

Asphaltierte Straßen, Schottergärten, unüberwindbare Steinmauern - die Urbanisierung durch uns Menschen lässt ihren Lebensraum immer mehr schwinden!  Durch die stetige Versiegelung des Bodens finden Igel (und andere Wild- und Kleintiere) nicht mehr ausreichend Nahrung, Brutstätten und Rastplätze.

Igelhilfe: Einen "Wilden Garten" anlegen

✔️ Igelhilfe: Einen "Wilden Garten" anlegen

Ein "wilder Garten" bietet nicht nur Igeln einen sicheren Lebensraum. 
 

Totholzhecken,Laub- oder Reisighaufen in einer ruhigen Gartenecke angelegt, nutzen Igel gern als Unterschlupf und zur Überwinterung. Durch den Bau eines Käferkellers und der Pflanzung mit vorrangig einheimischen Gewächsen werden zudem des Igels natürliche Nahrungsquellen - Insekten und Laufkäfer - angelockt.
Igelfreundliche Wasser- und Futterstellen, die regelmäßig aufgefüllt werden, bilden eine konstante Nahrungsquelle auf den nächtlichen Streifzügen und sichern den Fortbestand unserer Braunbrustigel zusätzlich ab.

Die meisten Gefahren für Igel sind menschgemacht! Doch mit jeder Hecke, jeder insektenfreundlichen Pflanze und jedem "unaufgeräumten" Garten, erschaffen wir einen kleinen sicheren Ort für unsere Igel. ❤️

Infoblatte "Anregungen für einen igelfreundlichen Garten"